Alte Stadtansichten Album 16

Die Hauptpost in der Logenstraße oder die Neue Post,

Bild152wie sie manchmal noch genannt wird, steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Das Gebäude wurde 1932 fertiggestellt; es gehört nicht mehr der Post. Die Post hat sich eingemietet. Die Aufnahme von 1933/34 gehört zur Sammlung des Theodor-Zink-Museums. Die Gebäudekulisse zur Logenstraße hin hat sich bis auf die moderne Fensterverglasung nicht verändert, das städtische Umfeld umso mehr. Das Kaiserslauterer Bahnhofsviertel, zu dem das rote Klinkerhaus gehört, ist weitgehend aufgemöbelt. Der vorläufig krönende Abschluss war die Anlage des Guimarães-Platzes, zu dessen Umfeldgestaltung auch Postgelände in Anspruch genommen werden musste. Das Gebäude ist ein Stahlskelettbau. Diese Konstruktionen hatten in den amerikanischen Wolkenkratzern ihr Vorbild. Auf dem Gelände stand ehemals die Brauerei Liebrich. Die Post ließ die restlichen Gebäudeteile bei Baubeginn, 1929, abreißen. Die Brauerei stand relativ hoch. Der Baugrund musste dem Niveau der Logenstraße angepasst werden, was nicht ganz gelang. Daher ist das Haus heute über einen terrassenförmigen Zugang zu erreichen. Der freie Platz rechts im Bild war der Biergarten der Brauerei Liebrich. Der Biergarten hieß die „Gawel“, weil er an der Gabelung der damaligen Luitpold- und Kaiserstraße lag. Auf diesem Gelände sollte das „Kraftfuhrwesen“ der Post untergebracht werden. Es kam nicht mehr dazu. Rund um die alte Brauerei Liebrich und dann um das neue Klinkergebäude fand sich, wie kaum sonst in Kaiserslautern, im Laufe der Jahre in Bezug auf die Straßennamen jede Couleur ein: Bayern, Preußen, die Freimaurer, die Musik, die Nazis und die Sozialdemokraten. Die Luitpoldstraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) war dem bayerischen Prinzen Luitpold zuzuordnen. Die Preußen waren mit der Kaiserstraße (heute Richard-Wagner-Straße) vertreten. Die Logenstraße ist nach der Freimaurerloge „Barbarossa zur Treue“ benannt. Im Dritten Reich hieß sie Ritter-von-Epp-Straße, und die Straße, die den Namen Rudolf-Breitscheids (SPD) trägt, war die Straße der SA.

Das Straßenbahndepot

Bild153befand sich in der Karcherstraße auf dem heutigen Betriebsgelände des Elektrizitäts- und Heizkraftwerks der Technischen Werke. Das Foto ist von der Ecke Karcherstraße / Trippstadter Straße aus gemacht worden. Im Bild links verläuft die Trippstadter Straße durch die Bahnunterführung heute zur Technischen Universität. Die Aufnahme aus dem Archiv der Verkehrs AG der Technischen Werke wurde 1935 kurz nach der Stilllegung der Straßenbahn gemacht. Die Straßenbahn ist Bestandteil des Registers der städtischen Flops. Am 19. Dezember 1916 kam die Bahn auf die Schienen. Die Endstation war am 1. Juli 1935 erreicht. Die Straßenbahn war gut 18 Jahre vorhanden. Es fällt schwer zu sagen, sie sei gelaufen wie geschmiert. Das klapprige Gefährt wurde verkauft und durch Dieselbusse ersetzt. Zu den nostalgischen Erinnerungen gehören noch ein paar Haken, an denen der Fahrdraht befestigt war, so am Geburtshaus von Fritz Walter in der Bismarckstraße und am Haus Nr. 23 in der Steinstraße. Bei Betriebsbeginn lief die Straßenbahn an Oberleitungen aus rostanfälligem Eisendraht. Es gab Probleme mit der Abnahmekommission. Die Zeitangaben auf den winzigen, bei Regen verwaschenen Anschlägen an den Haltestellen waren als „voraussichtlich“ einzustufen. In engen Kurven oder weil Schottersteine in die hohlkehlförmigen Gleise gerollt waren, sprangen die Wagen oft aus den Schienen. Die Fahrgäste mussten aussteigen und mit einer für derartige Fälle mitgeführten Eisenstange zusammen mit dem Straßenbahnführer den Wagon wieder ins Gleisbett wuchten. Die Straßenbahngesellschaft legte sich auf die „Eisenbahnspur“ mit 1435 Millimetern Breite fest, nicht auf die schmälere Spur mit 100 Millimetern wie in anderen Städten. Die Planer träumten vom Güterwagentransport vom Westbahnhof zum Stiftsplatz - ein Flop, wie die in den 1980er Jahren angedachte Citybahn vom Westbahnhof zum Rathaus.

Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnete die Fotografie

Bild154eine neue Dimension der „Reklame“, die in den 1920er Jahren einen Höhepunkt erreichte. So entstand beispielsweise, auch in Kaiserslautern, eine Flut von Gaststätten-Interieurs, von schmucken Innenaufnahmen, die meist als Postkarten in Umlauf kamen. Die Aufnahme des „Haupt-Restaurants“ im 1945 untergegangenen Ausstellungspark an der Entersweilerstraße ist 1928 gemacht worden. Das Restaurant stand auf der Ostseite des heutigen Schwanenweihers im Volkspark. Die innenarchitektonische Gestaltung und Ausstattung waren eine moderne Kaiserslauterer Besonderheit im Vergleich zu den zahlreichen anderen Lauterer Gaststätten, die meist der weiß-blauen Bayern-Mentalität zuzuordnen waren. Der Charakter des Hauptrestaurants ist von Stadtbaumeister Hermann Hussong im Bauhausstil der 1920er Jahre geprägt. Die Wandvertäfelung ist in weißer Ölfarbe gehalten, Parkettboden und Kronleuchter sind markante Beispiele. Die Speisekarte des Restaurants war nobel. Man bekam aber auch ein Schinkenbrot oder eine Butterbrezel. Um Verlobung, Hochzeit oder Geburtstag zu feiern, kamen Gäste aus der ganzen Pfalz ins Ausstellungs-Restaurant nach Kaiserslautern, direkt am kleinen „See“ gelegen, mit Tanzterrasse. Im Juli 1909 trat Hermann Hussong bei der Stadtverwaltung seinen Dienst an. Im Laufe seiner Tätigkeit bis zur Entlassung durch die Nazis hat er das Stadtbild Kaiserslauterns geprägt, wie es heute noch in seinen Grundzügen erhalten ist, so auch den damaligen Ausstellungspark. Die Fenstersimse der Bau AG-Wohnanlage in der Fischerstraße erinnern fern an die Rahmung der Flügeltür in der Bildmitte. Das Foto gehört zum Bestand des Theodor-Zink-Museums.

Der ehemalige Ausstellungspark an der Entersweilerstraße,

Bild155etwa auf dem Gelände des heutigen Volksparks gelegen, war eines der meist fotografierten Objekte in Kaiserslautern. Das Foto aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums zeigt eine der vielen reizvollen Perspektiven. Der Blick geht durch den mittleren Bogen des Eingangsbereichs der großen Halle nach Süden zur Entersweilerstraße zum Haupteingang hin.

Die Aufnahme entstand kurz nach dem 1. August 1925, dem Tag der Eröffnung des Parks. Die Bepflanzung der Blumenbeete war noch nicht abgeschlossen. Zur Eröffnung wurden Zierpflanzen in Kübeln aufgestellt, wie man rechts und links vom Eingang sieht, auch Agaven. Die große Halle war 90 Meter lang, die beiden kleineren auf der West- und der Ostseite 45 Meter.

Das von Stadtbaumeister Hermann Hussong geschaffene Gebäudeensemble war in Hufeisenform angelegt. Es war ein Zeugnis des Bauexpressionismus der 1920er Jahre. Im Gegensatz zu den reich verzierten Fassaden der Häuser in der Innenstadt waren die Ausstellungshallen mit ihren klaren Formen für Postkartenproduzenten und Hobbyfotografen immer wieder Anlass, ein Stück modernes Kaiserslautern festzuhalten. Es ist kaum nachzuvollziehen, welche künstlerischen Leistungen damals vollbracht wurden.

Die beiden Skulpturen, die „Rossebändiger', rechts und links des großen Brunnens, wurden von Bildhauer Fritz Korter in zwei Wochen aus rohen Betonklötzen gehauen. Einer der „Rossebändiger' ist noch im Volkspark erhalten. Das Ausstellungsgelände wurde am 5. Januar 1945 bei einem Bombenangriff völlig zerstört.
 

Die Mühlen Erzhütte:

Bild156Von der Galappmühle im Vordergrund geht der Blick in fast schnurgerader Linie über die Dammühle und die Kaisermühle bis hinauf zur Erzhütte Am Alberichsberg in der Bildmitte. Die Häuser ganz links im Bild dürften zum Hahnbrunner Hof gehören. Wegen der in diesem Quartier in den vergangenen 80 Jahren völlig neuen Stadtgestaltung sind Details nur noch schwer zu definieren. Die Aufnahme mit Blick nach Westen ist Mitte der 1920er Jahre gemacht worden. Das lässt sich daraus erschließen, dass die Bau AG Am Alberichsberg in den Jahren 1923 bis 1925 begonnen hat zu bauen. In der Bildmitte sind die ersten Häuser zu erkennen. Der historische Hausbestand der Galappmühle und der Dammühle, beide rechts der Lauter gelegen, dürfte weitgehend untergegangen sein. Möglicherweise existiert heute noch das eine oder andere Haus in renoviertem Zustand. Von den Gebäuden der Kaisermühle, links der Lauter und der Bahnlinie, ist keines mehr erhalten. Das ehemalige Kaisermühlerfeld ist heute reines Wohngebiet - wie die Areale um die ehemalige Dammühle und die Galappmühle. Die Galappmühle wurde von den Prämonstratensern gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg ging sie unter und wurde im späten 17. Jahrhundert wieder aufgebaut. Die Dammühle war eine schon um 1715 erwähnte Sägemühle. Die Kaisermühle ist Mitte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Sie stand am Kaiserwoog, der sich dort befand und nicht vor der Barbarossaburg, wie oft behauptet wird. Die Erzhütte hat ihren Namen von einer in den 1720er Jahren angelegten Erzgrube, in der recht minderwertiges Eisenerz gefördert wurde.

Das königlich-bayerische Bezirksamt

Bild157stand etwa Ecke Max- und Burgstraße, dort, wo heute der kleine Parkplatz ist. Mit seiner schmucken Fassade war es eine der angenehmen bayerischen Hinterlassenschaften in Kaiserslautern. Das Gebäude war eine Zierde im Stadtbild am Entree zur Burgstraße, auf deren gegenüberliegender Seite prächtige Bürgerhäuser standen. Das Foto aus dem Archiv des Theodor-Zink-Museums dürfte anfangs der 1920er Jahre gemacht worden sein. Links im Bild ist ein Teil der „Töchterschule", der „höheren weiblichen Bildungsanstalt', zu sehen. Das neue Bezirksamt wurde als massives Sandsteinhaus mit repräsentativem Eingangsbereich auf der Ostseite und einer schmucken Fassade 1915 gebaut. In Kaiserslautern hatte es die Bezeichnung „Neues Bezirksamt'. In dem Haus war die Kommunalaufsicht untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen eine französische Dienststelle und eine Bibliothek der französischen Besatzungsmacht ein. Das alte Bezirksamt stand am Fackelrondell. Die Schicksale beider Gebäude scheinen miteinander verbunden gewesen zu sein. Von der Treppe des alten Bezirksamts am Fackelrondell wurde am 2. August 1914 offiziell die Mobilmachung verkündet, und in das neue Bezirksamt raste 1956 ein amerikanischer „F 86 Sabre-Jet'. Das alte Bezirksamt musste zunächst einem Parkplatz und dann dem Kaufhaus weichen. Das Areal des neuen Bezirksamts auf dem Foto ist heute noch Parkplatz. Die Stadt hat das Haus 1962 abgerissen, um die Einmündung der Maxstraße großzügiger gestalten zu können. Die Schäden in den oberen Stockwerken durch den Jet waren nicht mehr beseitigt worden.

Die Entersweilermühle

Bild158stand im Wald nahe der scharfen Rechtskurve, die von der heute dort auslaufenden Entersweilerstraße durch die Bahnunterführung zur Lauterspring und zum Hungerbrunnen führt. Die Stadt hat sie im Jahr 1954 abgerissen. Das Wohnhaus war verfallen und unbewohnt. Die ehemalige Mühle mit einer schon damals aufgegebenen kleinen Gaststätte war ein beliebtes Ziel für stadtnahe Spaziergänge. Im 19. Jahrhundert war sie Einkehrmöglichkeit vor und nach den Besichtigungen des Heiligenberger Tunnels mit seinen burgähnlichen Aufbauten am Westeingang. Auf der Ostseite der Mühle, Richtung Heiligenberger Tunnel, waren vor ein paar hundert Jahren kleine Äcker angelegt (Waldabteilung Entersweiler Feld), die bald wegen des unfruchtbaren Sandbodens aufgegeben wurden. Der Waldbewuchs setzte sich wieder durch, wie er vor einigen Jahrzehnten auch auf den Feldern des Bremerhofs, allerdings gezielt, abgelaufen ist. Das Foto wurde 1938 aufgenommen. Rund um das alte Haus standen Linden- und Kastanienbäume (Naturdenkmal Entersweiler Linden). Im Herbst brachte der Wirt an den Kastanienbäumen Schilder an, die vor dem „Kastanienfall" warnten. Das ganze Entersweiler Tal mit der untergegangenen Mühle und dem Entersweilerhof östlich des Stiftswalder Forsthauses ist geschichtsträchtiges Lauterer Areal. Der Name geht auf das Dorf Nentersweiler zurück, das schon 872 erwähnt wurde. Barbarossa soll das Entersweiler Tal den Prämonstratenser Mönchen geschenkt haben. Die Entersweilerstraße ist seit 1911 nach dem damals dort verlaufenden Weg benannt.

Die Gelöbniskirche Maria Schutz

Bild159wurde beim Luftangriff am 28. September 1944 erheblich beschädigt. Die mächtigen Pyramidenhelme, wie sie auf dem Foto des Theodor-Zink-Museums zu sehen sind, wurden beim Wiederaufbau durch flachere Helme ersetzt. Im Grunde wurde dadurch das Stadtviertel seines Wahrzeichens beraubt. Am 3. Oktober 1948 konnte die Kirche nach der Beseitigung der Schäden wieder eingeweiht werden. Das Foto entstand um 1935/36. Links im Hintergrund sind die ersten Siedlungshäuschen des Neubaugebiets Grübentälchen zu sehen, das damals erschlossen wurde. Das Areal des Messeplatzes, von dem kleine Teile rechts und links der Kirche zu sehen sind, war noch weitgehend Sumpfgebiet oder wurde als Gartengelände genutzt. Die Gelöbniskirche Maria Schutz wurde am 20. Oktober 1929 eingeweiht. Das Kloster war schon am 10. August 1927 seiner Bestimmung übergeben worden. Bischof Michael Faulhaber legte bereits im Ersten Weltkrieg das Gelübde zum Bau einer Kirche ab, falls die Pfalz von Zerstörungen verschont bleibe. Es sollte eine Wallfahrtskirche werden, insbesondere im Gedenken an die Gefallenen. Durch die angespannte Wirtschaftslage in den 1920er Jahren erschien es zunächst nicht möglich, das Gelübde einzulösen. Die Pfalz war von Kriegseinwirkungen weitgehend verschont geblieben. Die großen Schlachten des Ersten Weltkriegs waren in Elsass-Lothringen ausgetragen worden. Schließlich schrieb Bischof Ludwig Sebastian den Kirchenbau aus. Pater Josef Ruthig, Provinzialminister der Franziskaner-Minoriten, ein gebürtiger Pfälzer, bewarb sich im Februar 1927 im Namen seiner Kaiserslauterer Brüder in dem Kloster an der Bismarckstraße um den Bau der Wallfahrtskirche. Die Grundsteinlegung war am 10. Juni 1928. In den 1930er Jahren kam das Wallfahrtsleben in Gang. Meist kamen Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Delegationen aus den verschiedensten Pfarrgemeinden der Pfalz. Nachdem die Stadt sich auch jenseits des Bahndamms nach Osten ausdehnte, wurde 1941 die Pfarrei Maria Schutz gegründet. Die Gemeinde hat heute über 3700 Mitglieder.

Die Aufnahme,

Bild160die einen Blick auf die ehemalige Bebauung unmittelbar auf der Ostseite der Fruchthalle zeigt, dürfte im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts gemacht worden sein. Die Dame vor dem Modegeschäft von Dora Braun trägt noch einen langen Rock, wie es zu den 1920er Jahren hin nicht mehr en vogue war. Die Fruchthalle und die Häuser sind beflaggt. Vielleicht ist die Aufnahme 1905 entstanden. Damals hat Prinz Rupprecht von Bayern die 4. Pfälzische Gewerbe- und Industrieausstellung eröffnet. Im Hintergrund links ist ein Teil der Thiemeschen Druckerei, der Herausgeberin der „Pfälzischen Presse', zu sehen. Die Aufnahme aus den Beständen des Theodor-Zink-Museums gewährt leider keinen Blick noch etwas weiter nach links. Es wäre dann möglich, den Aufnahmezeitpunkt näher zu bestimmen. Im Jahr 1912 wurde dort durch den Abriss eines Mauerrests und eines kleinen Hauses der „Durchbruch' geschaffen. Damit waren der Weg und der Blick zum Fackelrondell frei. Einschließlich der Fruchthalle waren alle auf dem Foto festgehaltenen Gebäude nicht von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg betroffen. Die Gebäude rechts im Bild und das alte Haus der Thiemeschen Druckerei mussten 1954 dem Bau der Ost-West-Achse weichen. Das weiße Haus rechts war das Hotel Adler, eine vornehme Adresse. Gewiss wäre dieser Bestand sanierungsbedürftig gewesen, aber ein Stückchen Alt Lautern hätte weiter bestanden, heute vielleicht ein bisschen Italien auf der Südseite der Fruchthalle in ihrem Palazzo-Riccardo-Look der Frührenaissance. Die Straße davor war seit 1850 die Fruchthallstraße. Von 1933 bis 1945 hieß sie Hindenburgstraße. Ein interessantes Detail ist auf dem Firmenschild von Dora Brau, rechts, zu sehen. Hier steht „Modes" unter dem Namen. Das ist die französische Bezeichnung für Moden. Seit dem Sieg über den Nachbarn im Westen, 1870/71, war man in der Pfalz äußerst frankophil. Die französische Lebensart gefiel den Lauterern. Schließlich waren damals Elsass und Lothringen mit die wichtigsten Absatzgebiete der Lauterer Industrie.

Die maroden Fabrikgebäude der Textilfabrik Raka-Werke,

Bild161Rahm & Kampmann, wurden im Januar 1987 im Zuge der Aufarbeitung des nordöstlichen Zipfels des Sanierungsgebiets Ecke Ludwigstraße/Gersweilerweg abgerissen. Heute steht dort eine Wohnanlage, die 1993 errichtet wurde. Das Foto der Raka-Werke wurde kurz vor dem Abriss von der Ludwigstraße her aufgenommen. Es ist Bestandteil der Sanierungsakten des Referats Stadtentwicklung. Raka kam 1936 in die Stadt und eröffnete zunächst in der Friedenstraße einen bescheidenen Betrieb. Als ein älterer Gebäudekomplex der Holzwarenfabrik Munzinger frei wurde, zog Raka um. Um diese dann baulich geringfügig veränderten Fabrikgebäude handelt es sich auf dem Foto. Nach der Beseitigung der Bombenschäden von 1944 beschäftigte das Werk Anfang der 1950er Jahre über 170 Mitarbeiter. Die Zentralverwaltung des Unternehmens kam 1960 von Wuppertal nach Kaiserslautern. Mittlerweile eröffnete Zweigbetriebe in Pfalz und Saarland erforderten die Maßnahme. Die Zahl der Beschäftigten des Gesamtunternehmens war auf rund 1000 gestiegen. Die ganze Palette der Konfektionsindustrie für Damen und Herren wurde in Kaiserslautern hergestellt: Anzüge, Kostüme, Mäntel, Freizeitbekleidung, Lederbekleidung und anderes. In den Zweigbetrieben produzierte das Werk unter anderem Koffer, Taschen, Schlafsäcke und Schutzanzüge für die Feuerwehr. Die Produkte gingen an Großabnehmer des Textilhandels und an kleinere Firmen mit gehobenen Ansprüchen. Das passende Etikett, von der Kaufhausmarke bis zum Edelschildchen, wurde gleich eingenäht. Die späteren Raka-Werke wurden 1895 als Elberfelder Lederwarenfabrik gegründet und 1908 in die Rahm & Kampmann OHG umgebildet. Herbert Kampmann übernahm das Unternehmen 1917 als Alleininhaber.

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