Alte Stadtansichten Album 06

Die Fruchthallstraße

Diese Stadtkulisse gab es noch bis 1954. Sie musste zum großen Teil der Ost-West-Achse weichen. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu über 60 Prozent zerstört, und doch blieb ein Stück „Alt Lautern" mitten in der Innenstadt erhalten. Die Aufnahme von der Fruchthallstraße stammt aus dem Jahr 1953. Die Ost-West-Achse war noch nicht gebaut. Auf der Südseite der Fruchthalle wurde der Verkehr noch zweispurig vorbeigeführt. Der Blick geht nach Osten in Richtung Hotel Adler (links) und Spittelstraße. Die drei Häuser in der Bildmitte mussten abgerissen werden. Das Haus im Hintergrund rechts mit der dunkleren Fassade war die Drogerie Blütner. Die Stadt hatte durch den Einbau von Arkaden an diesem Haus, Ecke Stein- und Fruchthallstraße versucht, den Fußgängerverkehr an diesem von den Amerikanern beanstandeten Engpass zu ordnen, um die Häuser nicht abreißen zu müssen. Die Amerikaner waren mit dieser Lösung jedoch nicht zufrieden. Der Bau der Ost-West-Achse wurde im Jahr 1954 begonnen. Die rechte Häuserreihe ist noch erhalten. Etwa auf Höhe der abgerissenen Häuser mündet heute die Martin-Luther-Straße in die Fruchthallstraße.

Karlsberg mit Straßenbahn.

Vor dem ehemaligen Karlsberg-Gebäude auf der Südseite des Stiftsplatzes begegnen sich die Straßenbahnlinien 3 und 8. Die Straßenbahn verkehrte in Kaiserslautern von 1916 bis 1935. Die Aufnahme aus dem Archiv der Verkehrs-AG der Technischen Werke stammt etwa aus dem Jahr 1923. Damals wurde noch das „Kaffee Karlsberg" betrieben, wie auf dem Schild neben dem Haupteingang zu sehen ist. Das Karlsberg-Gebäude wurde im Jahr 1960 abgerissen, der Wertheim-Konzern baute an der Stelle ein mehrstöckiges Warenhaus. Der Abriss des Karlsberg begann im Sommer 1960. Die Stadtkulisse im Hintergrund mit der Stiftskirche und der Adler- Apotheke ist auf unserem Bild noch erhalten. Das „Karlsberg-Hotel" ging als Flop in die Stadtgeschichte ein. Anno 1875 eine Nummer zu groß geplant, geriet der Bauherr in finanzielle Schwierigkeiten und musste den Rohbau 1890 an die Stadt veräußern.

Das Graviusheim.

Eine Stadtansicht aus dieser Perspektive von der Königstraße her hinüber in die Friedrich-Karl-Straße gibt es in diesem Umfang nicht mehr. Der freie Platz vor dem Graviusheim (links), ist zum größten Teil mit einem Wohnblock bebaut. Vor dem Graviusheim gab es zum Zeitpunkt der Aufnahme im Jahr 1928 nur einen sandigen Weg, der schon seit 1911 den Namen des preußischen Generalfeldmarschalls Friedrich Karl von Preußen, des Bruders von Kaiser Wilhelm I. trug. Der Industrielle Julius Gravius (1845-1929) war ein Kaiserslauterer Bürger, der in der Schweiz zu einem großen Vermögen gekommen war. Im Jahr 1925 stiftete der Ehrenbürger seiner Heimatstadt Kaiserslautern 600.000 Mark, wovon 500.000 Mark zur Finanzierung des Ausstellungsparks an der Entersweilerstraße benutzt wurden. Mit den restlichen 100.000 Mark wurde des Graviusheim als Wohnheim für ältere Damen gebaut.

Am Alberichsberg.

In den Jahren 1923 bis 1925 errichtete die Bau AG auf freiem Feld, auf dem uralten historischen Gelände des Alberichsbergs, links der Lauter auf halbem Weg zwischen dem Engelshof und Erzhütten, eine Wohnsiedlung. Das Foto aus dem Archiv der Wohnungsbaugesellschaft wurde im Jahr 1925 etwa von der heutigen Kaisermühler Straße aus gemacht. Die Wohnsiedlung ist in ihrer Grundstruktur noch erhalten, aber die Umgebung hat sich so verändert, dass diese alte Stadtperspektive fotografisch nicht mehr zu erfassen ist. „Albrichsberg" ist einer der ältesten Lauterer Flurnamen, der 1310 als „Elbrisberg" erwähnt wird. Um 1600 taucht der Name „Albersberg" auf und ab 1927 die Bezeichnung „Alberichsberg". Oft wird behauptet, dass der Kaiserwoog auf der Südseite der Barbarossaburg etwa an der Omnibushaltestelle gelegen hätte. Das stimmt nicht. Unterhalb der Burg war wohl ein Weiher, aber nicht der Kaiserwoog. Der war eingebettet von Albrichsberg, Kaiserberg, Mühlberg und Fischerrück und wurde von der Lauter, dem Esels- und dem Vogelbach gespeist. Das ist heute das Gelände, das sich unmittelbar an den Neumühlepark der Gartenschau anschließt.

Französisches Einkaufszentrum Karl-Peters-Straße.

Nicht jede alte Stadtansicht muss gleich „historisch" sein. Diese alte Stadtansicht mit ihrer Architektur der 50er Jahre gibt es in dieser Form nicht mehr. Das „Comptoir de l"Economat de l"Armée des F.F.A", „Die Theke", das kleine Einkaufszentrum für Angehörige der französischen Stationierungsstreitkräfte in der Karl-Peters-Straße, wurde umgebaut und beherbergt seit 1995 die Kindertagesstätte „Kunterbunt". In den 50er Jahren kannten sich die Leute mit französischen Köstlichkeiten noch nicht so gut aus wie heute, und auf dem deutschen Markt waren die Delikatessen unserer Nachbarn kaum zu bekommen. Wer gute Beziehungen zu einer französischen Familie hatte, konnte sich schon mal mit Champagner wie Moët & Chandon oder einem Dom Pérignon eindecken oder mit einer Pâté de canard und einer Stange Gauloise. Das Economat in der Karl-Peters-Straße bleibt in köstlicher Erinnerung, auch wenn die Franzosen schon am 3. Juni 1992 die Trikolore in Lautern eingezogen haben. Die Gitter vor dem kleinen Einkaufszentrum wurden schon etwas früher heruntergelassen.

Die Marktstraße.

Sie ist auch nach 100 Jahren noch zu erkennen. Der Blick geht von der Ecke Fackel-/Riesenstraße aus in Richtung Stiftskirche. Die elektrische Straßenlampe im Vordergrund rechts oben und die reiche Verkabelung (Dachständer des städtischen Elektrizitätswerks) beweisen, dass die Aufnahme zwischen 1905 und dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Von dieser Stadtkulisse sind heute nur noch die Türme der Stiftskirche und der Martinskirche sowie das Gebäude unmittelbar davor im Hintergrund erhalten. Die meisten Häuser der Marktstraße sind am 14. August 1944 im Bombenhagel untergegangen. Die Marktstraße, schon im Mittelalter „Marktgasse" genannt, hieß ab 1726 „Hauptstraße" und in der Franzosenzeit ab 1796 „Rue principale". Seit 1801 lag ein französischer Plan vor, nach dem die Fackel- und die Marktgasse die „Kaiserstraße" zu bilden hätten. Als Napoleon 1804 mit seinem Heer von der Fackelstraße her durch die Marktstraße zog, ließ er wegen des schmalen Durchgangs die Marktpforte abreißen. Die Markierung im Pflaster der Fußgängerzone erinnert heute an den Turm.

Der Mittelbau des „Distrikt-Krankenhauses".

In leicht veränderter, modernisierter Form ist der Mittelbau des „Städtischen Krankenhauses" noch erhalten. Der Bau stammt aus der Zeit des „Distrikt-Krankenhauses Kaiserslautern". Als der Distrikt finanziell am Ende war, übernahm die Stadt am 1. Februar 1924 das Haus. Das war die Geburtsstunde des „Städtischen Krankenhauses". In diesem historischen Mittelbau sind heute der Zentraleinkauf und das Lager für Material und Wirtschaftsgüter der Westpfalz-Klinikum GmbH untergebracht. Dieses medizinische Lager wurde 1978 eingerichtet. Außerdem beherbergt der Bau die zentrale Poststelle des Klinikums. Das Gebäude liegt etwas versteckt in der Südwest-Ecke des Klinikums-Geländes zur Albert-Schweitzer-Straße und Böckingstraße hin. Das von seiner Bausubstanz aus dem Jahr 1893 her älteste, aber inzwischen durch und durch modernisierte Gebäude des Klinikums, in dem die Hals-Nasen-Ohrenklinik untergebracht ist, ist dem „Mittelbau" vorgelagert. Die Aufnahme im Besitz des Stadtarchivs wurde im Jahr 1927 gemacht.

Kanalstraße, Hussong-Architektur:

Bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1926 fühlt man sich mitten in die Hussong-Architektur hinein versetzt, die Kaiserslautern bis heute noch stark prägt. Die Details, wie sie auf dem Bild deutlich zu erkennen sind, wurden allerdings von den nationalsozialistischen Kunstbanausen entfernt. Von der Kanalstraße her geht der Blick über den so genannten Fischerpark hinüber zur Rückseite des Mittelblocks der Wohnanlage in der Fischerstraße. Die Ecksteine, die „Hundsbrunzer" rechts und links vom Holztor der Einfahrt, und die „Mauerpokale" rechts und links waren typischer Hussongscher Stadtschmuck der zwanziger Jahre.

Das Mainzer Tor.

Das markante Haus mit seinen Rund-Erkern Ecke Steinstraße und Mainzer Tor verrät den Standort des Fotografen. Von dem gesamten Ensemble ist heute nur noch dieses Haus erhalten. Weiter links steht heute der Kaiserbrunnen. Der Aufnahmezeitpunkt des Bildes aus den Beständen des Stadtarchivs ist nicht genau zu bestimmen. Es gibt aber Anhaltspunkte: Der Ausgang des 19. Jahrhunderts gebaute Kiosk ist nicht mehr in Betrieb. Das Häuschen ist völlig verwahrlost, der Putz ist abgefallen, Fenster und Türen sind vernagelt. Dieser Kiosk, an dem es „Klickerwasser" gab, war auf dem Weg zum Nordbahnhof eine angenehme Erfrischungsstation, wenn die Ausflügler vom Nordbahnhof zur Eselsfürth fuhren. Die Aufnahme dürfte etwa aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg stammen. Warum hat die Stadt den damals nutzlos gewordenen Kiosk nicht abgerissen und warum der relativ junge Baumbestand? Nach langjährigen Diskussionen beauftragte die Stadt im Jahr 1894 den Ingenieur Oskar von Miller, einen Plan für eine elektrische Straßenbahn zu entwerfen. Weil im Streckennetz auch eine Linie durch die Steinstraße zum Nordbahnhof vorgesehen war, sollte der Kiosk als Stationshäuschen (mit Pissoir) im Schatten einer Linde stehen bleiben. Die Straßenbahn kam 1916 nach Kaiserslautern und die Strecke durch die Steinstraße wurde erst 1925 eröffnet. Das Pendant dieses Kiosks - allerdings wesentlich später gebaut - steht heute noch in der Eisenbahnstraße rechts vor dem Viadukt.

Der Hof des Hotels Karlsberg.

Diese über hundert Jahre alte Fotografie aus den Beständen des Stadtarchivs gewährt einen Blick in den Hof des Karlsberggebäudes, das bis zum Abriss im Jahr 1960 auf der Südseite des Stiftsplatzes stand. Das Terrain dieses ehemaligen Hofs ist heute ungefähr mit der kleinen hufeisenförmigen Freifläche des „Stiftsplatz 5" identisch. Die Aufnahme entstand in 1880er Jahren von einem Fenster auf der Rückseite des damaligen Hotels Karlsberg aus. Wie auf vielen Aufnahmen der Innenstadt aus jenen Jahren sind auch hier Pferdewagen zu erkennen, damals die einzigen Transportmittel für schweres Material. Rechts und links im Vordergrund sind zwei kleine Gemüsegärtchen angelegt und links neben dem gerade ausgespannten Pferd ein Misthaufen.

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