Republik Litauen

Amtssprache: litauisch

Amtlicher Name: Lietuvos Respublika

Hauptstadt: Vilnius (deutsch: Wilna)

Fläche: 65.301 km²

Einwohnerzahl (Stand 08/2003): 3.482.000

Währung: Litauische Litas

Wechselkurs: 1 Euro = 3,4528 Litauische Litas

Euroeinführung: 2007

KFZ-Kennzeichen: LT

 
 
 

Geschichte Litauens:

Mittelalter und frühe Neuzeit
1240 wurde Litauen von Fürst Mindaugas aus vielen Kleinstaaten gebildet. Später krönte er sich zum einzigen König Litauens. Nach der Eroberung der Kiewer Rus durch die Mongolen stellten sich einige russische Fürstentümer unter litauische Herrschaft, andere wurden von den litauischen Fürsten erobert. Weißrussland und Teile Westrusslands standen jetzt unter litauischer Herrschaft (siehe auch Goldenes Zeitalter (Weißrussland)). Daraufhin reklamierte das Großfürstentum Litauen alle Gebiete der Kiewer Rus für sich und wurde zum Konkurenten des Fürstentums Moskau bei der Sammlung der russischen Erde, was zahlreiche Kriege zur Folge hatte. Das Großfürstentum Litauen erstreckte sich zur Hochzeit von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Die Ostseehafenstädte blieben im Einfluss der Hanse. 1386 ließ sich Fürst Jagiello taufen und nahm die polnische Königskrone an (siehe Geschichte Polens). Von Jagiello und seinem Gegenpart Witold wurde die polnisch-litauische Union begründet, die fast 400 Jahre lang Bestand hatte.

19. Jahrhundert / Anfang 20. Jahrhundert
Mit Polen blieb Litauen bis zu dessen Teilungen verbunden und wurde in deren Folge von den Russen besetzt. In dieser Zeit begann eine starke Auswanderung in Richtung USA. Der Bildung eines eigenen Landtages während der russischen Zeit folgte die Besetzung durch Deutschland im Ersten Weltkrieg.

Unabhängigkeit seit 1918
1918 wurde mit Zustimmung Deutschlands die Republik Litauen mit Hauptstadt Vilnius proklamiert. Das von vielen Polen bewohnte Vilnius wurde aber kurz darauf von Polen unter Präsident Pilsudski besetzt - Kaunas wurde provisorische Hauptstadt. Außenpolitisch orientiert sich Litauen an den baltischen Nachbarländern. 1922 besetzten litauische Freischärler das nach dem Ersten Weltkrieg von Frankreich verwaltete ehemals preußische Memelland, um einen breiteren Zugang zur Ostsee und mit Memel einen leistungsfähigen Seehafen zu erhalten.

Zweiter Weltkrieg und Besetzung
1939 wurde das Memelland um die Stadt Klaipeda von deutschen Truppen besetzt. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieg kam Litauen verschiedene Male zwischen die Fronten, was zu hohen Verlusten v.a. unter der jüdischen Bevölkerung führte. Zwischen 1941 und 1944 stand das Land als Generalbezirk Litauen im Rahmen des deutschen Reichskommissariats Ostland unter deutscher Zivilverwaltung. Nach dem Krieg besetzte die Sowjetunion Litauen und etablierte dort gegen der Willen der Bevölkerung die Litauische Sozialistische Sowjetrepublik. Diese Besetzung wurde vom Westen hingenommen, jedoch nie anerkannt, während die sozialistischen Staaten dies taten.

Unabhängigkeit seit 1991
Im Zuge der Perestrojka erklärte sich Litauen 1990 zum souveränen Staat. Die sowjetische Regierung bemühte sich, die Bewegung gewaltsam niederzuschlagen. Schließlich setzte sich die Unabhängigkeitsbewegung durch und nach einer erfolgreichen Volksabstimmung am 9. Februar 1991 erlangte Litauen zusammen mit Lettland und Estland seine Unabhängigkeit wieder. Nach anfänglicher Wirtschaftskrise und politischer Instabilität gewann die Reformpolitik zunehmend an Dynamik, so dass Litauen 2004 die Mitgliedschaft in EU und NATO angeboten wurde. 2003 sorgte eine Affäre um den litauischen Präsidenten Paksas für Wirbel, in der ihm Verwicklungen der organisierten Kriminalität vorgeworfen wurden. Am 19. Februar 2004 stimmte das litauische Parlament schließlich mit 62 zu 11 Stimmen für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahren. Mit dem 29. März 2004 wurde Litauen Mitglied der NATO. Am 6. April 2004 wurde Staatspräsident Paksas entmachtet.

Quellen:
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Geschichte_Litauens aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten .

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