Die Barbarossastadt

In Kaiserslautern hat die Gastfreundschaft gewissermaßen kaiserliche Tradition: Stauferkaiser Barbarossa gefiel es hier so gut, dass er sich offenbar schon um 1160 eine Pfalz errichten ließ. Unmittelbar östlich von dieser entstand um 1570/80 unter Pfalzgraf Johann Casimir ein Schloss, das 1703 von den Franzosen gesprengt wurde. Beide Bauten haben sich in Teilen als Ruinen erhalten.

Kaiser Barbarossa und König Rudolf von Habsburg sind heute zusammen mit zahlreichen Phantasie- und Fabelwesen als Bronzeskulpturen an einem von Professor Rumpf aus dem Fachbereich Architektur/Raum- und Umweltplanung / Bauingenieurwesen gestalteten Brunnen am Mainzer Tor dargestellt und machen deutlich, dass die Universität nicht nur akademisches Aushängeschild der Stadt ist. Dieser Brunnen bildet einen attraktiven Endpunkt eines Altstadtbummels und ist auch äußerst beliebt bei Kindern, die im Sommer zwischen Figuren und Fontänen spielen

Auf Initiative Barbarossas hin, der an das von ihm gegründete Kloster mit Spital Prämonstratensermönche berief, entstand die Kaiserslauterer Stiftskirche, deren Nachfolgerin zu den bedeutendsten gotischen Bauten der Pfalz zählt. Dieser Kirchenbau - der Chor wurde bereits Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen - gilt als die einzige im 14. Jahrhundert zwischen Mainz und Straßburg errichtete Hallenkirche.
1276 zur Reichsstadt erhoben, aber durch den Dreißigjährigen Krieg und den sich anschließenden Pfälzischen Erbfolgekrieg in ihrer Entwicklung zurückgeworfen,

 

Erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung. Infolge von Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges und bedingt durch Abbruch hat sich allerdings der Baubestand aus der Zeit vor Beginn des 19. Jahrhunderts auf wenige Beispiele reduziert.
Markantestes Zeugnis der 1816 nach dem Wiener Kongress einsetzenden und bis 1918 andauernden bayerischen Vergangenheit der Stadt stellt die Fruchthalle dar, ein 1843-46 auf Veranlassung von König Ludwig I. in Formen eines italienischen Palazzo der Frührenaissance ausgeführter Bau.

Der 84 m hoch hinaufstrebende Rathausbau aus den Jahren 1963-68 stellt ein Wahrzeichen einer ganz anderen, aber ebenso zukunftsorientierten Zeit dar. Von Café und Dachterrasse aus ist ein lohnender Ausblick über die Stadt und ihre Umgebung bis hin zum Campus der Universität im Süden möglich.

Als von den 'Roten Teufeln' dominiertes Fußballzentrum und als attraktive Kongress- und Tagungsstadt bietet sie dem Besucher vielfältige Möglichkeiten für einen erlebnisreichen Aufenthalt.

Vor ihren Toren beginnt der Naturpark Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Es gilt als Freizeitparadies vor allem für Wanderer, Mountain-Biker und Kletterer. In erreichbarer Nähe liegt eine ganze Reihe baulicher Sehenswürdigkeiten wie die ehemaligen Abteikirchen in Otterberg und Enkenbach, zahlreiche Burgen wie Beilstein, Frankenstein, Hohenecken, Nanstein, Wilenstein und das Schloss in Trippstadt. Zeugnisse der industriellen Entwicklung sind u.a. die heute von der Fachhochschule und als Kulturzentrum genutzte ehemalige Kammgarnspinnerei sowie Bauten des ehemaligen Unterhammers im benachbarten Karlstal.