Alles über Fritz Walter

 

Aus dem Leben Fritz Walters

1. FCK Original Stadionzeitschrift 1953

Kaiserslautern feiert die Weltmeister von 1954

1. FCK im Jahre 1939 / Autogramme

Zum Gedenken an Fritz Walter

Grab von Fritz Walter

Geburtshaus von Fritz Walter

 

Friedrich „Fritz“ Walter (* 31. Oktober 1920 in Kaiserslautern; † 17. Juni 2002 in Enkenbach-Alsenborn) war ein deutscher Fußballspieler.

Fritz Walter gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des deutschen Fußballsports. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 wird immer mit dem Namen des langjährigen Kapitäns verbunden sein. Auf Vereinsebene hielt Walter dem 1. FC Kaiserslautern über 30 Jahre lang die Treue und gewann mit ihm zwei deutsche Meisterschaften (1951 und 1953). Für seine fußballerischen und sozialen Verdienste wurde er vielfach geehrt und als damals erster Spieler zum Ehrenspielführer der Nationalelf ernannt.

Friedrich Walter wurde 1920 als ältestes von fünf Kindern in Kaiserslautern geboren. Von seinen Geschwistern Ludwig, Gisela, Ottmar und Sonja wurde auch Ottmar Walter später Fußballnationalspieler. Er sollte später gemeinsam mit seinem Bruder den Weltmeistertitel gewinnen und zu den „Helden von Bern“ zählen. Als Sohn des Vereinswirts des 1. FC Kaiserslautern kam der junge „Fritz“ schon in frühester Jugend mit dem Fußball in Kontakt. Seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz machte er als Siebenjähriger in der Schülermannschaft des FCK. Zunächst spielte er auf der Position des rechten Verteidigers, doch schon bald war das Ausnahmetalent ein stadtbekannter Fußballer.

Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann, bevor er sich 17-jährig 1938 als Mittelläufer des FCK in der Oberliga Südwest ganz dem Fußball verschrieb. Allerdings benötigte er wegen seines Alters Sondergenehmigung. Schnell war Walter der Star der Mannschaft, die zu den stärksten der Region gehörte.

Wie vielen anderen Fußballern auch, raubte der Zweite Weltkrieg Fritz Walter seine besten Jahre als Sportler. Obwohl Reichstrainer Sepp Herberger für seine Nationalspieler (Walter war seit 1940 Auswahlspieler) Privilegien durchsetzte, wurde Walter 1940 in die Wehrmacht einberufen und als Infanterist nach Frankreich versetzt. Während seiner Zeit als Infanterist im lothringischen Diedenhofen spielte er 1943 zeitweise für die TSG Diedenhofen und für die Soldatenelf „Rote Jäger.“

Später wurde er auf Sardinien, Korsika und Elba eingesetzt. Nach Kriegsende geriet er in der Ukraine in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Das „Spiel seines Lebens“, wie er später jedoch betonte, war nicht das WM-Finale 1954, sondern ein Spiel, das er im Kriegsgefangenenlager bei Mármos-Sziget in Rumänien machte. Geschwächt von einem Malaria-Anfall spielte er mit den ungarischen und slowakischen Wachsoldaten Fußball. Sie erkannten den deutschen Nationalspieler und stellten ihn dem sowjetischen Lagerkommandanten Major Schukow vor. Angeblich bewahrte Schukow Walter und dessen jüngeren Bruder Ludwig vor dem sibirischen Gulag. Bereits am 28. Oktober 1945 kehrten die Brüder nach Kaiserslautern zurück.

Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft spielte Walter wieder für "seinen" FCK und wirkte bei der Reorganisation des Vereins mit. Als Regisseur auf dem Feld führte er die "Roten Teufel" in die bedeutendste Phase ihrer Clubgeschichte. Der Verein entwickelte sich zum erfolgreichsten der frühen Nachkriegszeit. Zwischen 1948 und 1954 wurde er sechsmal Meister der Oberliga Südwest, in der ab 1948 erstmals in Deutschland das Vertragsspielerstatut eingeführt worden war. 1951 gewann Walter mit seiner Mannschaft erstmals die deutsche Meisterschaft (2:1-Sieg über Preußen Münster), 1953 wurde der VfB Stuttgart im Finale mit 4:1 deklassiert. 1948, 1954 und 1955 scheiterte Kaiserslautern im Endspiel.