1. FCK Stadionzeitschrift

Zum dritte Male im Deutschen Meisterschafts-Endspiel

Um die Jahrhundertwende stand der Fußball noch nicht so hoch in der Gunst der Masse. Aber ebenso schnell, wie die Geltung des damals hochstehenden Radsportes verblaßte, desto stärker setzte sich die junge Fußballbewegung durch. Wohl war der ersten Sammlung des FC. Germania zunächst nur ein kurzes Dasein beschieden, als sich dann eine begeisterte Schar junger Menschen mit den aus Mannheim zugereisten Buchdruckern Rudolf Eisele und Adam Lösch zum FC. Kaiserslautern 1900 zusammenfanden, war der Start zu einer gedeihlichen Entwicklung gegeben. Der alte städtische Spielplatz an der Friedenstraße wurde bald zu einer stark besuchten Pflegestätte, um so mehr als im Jahre 1901 der FC. Palatia und 1902, der FC. Bavaria sich als weitere Vereine einstellten. Weiteste Kreise der damaligen Jugend wurden zu begeisterten Fußballern. Kurzsichtig fühlende Menschen konnten indessen den ständig wachsenden Strom der jungen Bewegung nicht hemmen. Bald wurden die Platzverhältnisse unzulänglich. Palatia pachtete den Innenraum der Eselsfürther Radrennbahn, indessen der FCK am Waldschlößchen ein Sportfeld erstellte.

Die ersten Gäste vermittelten indessen den jungen Lauterer Fußballern die kämpferischen und spielerischen Anfangsgründe. Der damals berühmte Karlsruher FC. kam und gewann unglaublich hoch mit 29:0. Damals aber blieben die Lauterer immer gelehrige Schüler und als sich der Fußball auch in den übrigen pfälzischen Städten und an der Saar durchgesetzt hatte, wurden die Lauterer schnell zu willkommenen Lehrmeistern.

So flossen die ersten Jahre schnell dahin und im Jahre 1909 schlossen sich die drei damals führenden Lauterer Vereine FCK 1900, FC. Palatia und FC. Bavaria zum FVK zusammen, während inzwischen eine Reihe weiterer kleinerer Vereine Spielvereinigung, Nordstern, Weststern, Bayern etc. erstanden waren. Größte Tage klangvollen Lauterer Sportgeschehens folgten. Zusammen mit dem späteren Deutschen Fußballmeister Phönix Karlsruhe, dem 1. FC. Nürnberg und dem FC 93 Hanau stand der FVK. im Kampf um die süddeutsche Fußballmeisterschaft. Schönste Jahre stolzer Geltung schlossen sich an, bis der erste Weltkrieg eine jähe Unterbrechung des Fußballgeschehens forderte. Die Besten kamen nicht wieder und dann kam das stille Jahrzehnt des Lauterer Fußball. Wohl war inzwischen in der Mannschaft des VfR Kaiserslautern, aus der Vereinigung Bayern und Spielvereinigung ein neuer gleichwertiger Gegner erstanden, aber der unerschütterliche Wille, den alten angestammten. Platz in der höchsten Klasse zurückzuerobern, scheiterte immer wieder. Als sich dann im Jahre 1929 der FVK. mit dem damaligen SpV. Phönix zusammenschloß, erstand 1931 mit dem 1. FCK. der neue Verein, der heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Ruf und Geltung erlangte.

In den jungen Jahren seiner erfolgreichen Spielerlaufbahn, als Fritz Walter in den Schülermannschaften heranreifte, durfte er die damaligen Spitzenvereine des deutschen Fußballsportes auf dem Betzenberg miterleben. Bereits im zweiten Jahre seiner Zughörigkeit zur Oberliga kämpfte der 1. FCK. mit den stärksten Vereinen der süddeutschen Oberliga. 1. FC. Nürnberg, SpV. Fürth, Bayern, und 1860 München spielten der Reihe nach auf dem Betzenberg auf, aber trotz dieses erfreulichen Aufstieges blieb der Rückschritt nicht aus. Bereits im Jahre 1935 mußte der 1. FCK. erneut absteigen und erst im Jahre 1937/38 gelang es erneut, den Aufstieg zu erkämpfen.

Inzwischen war Fritz Walter herangereift und mit seinem Eintritt in die erste Mannschaft wuchs auch die Kampfkraft der Elf. Aber noch einmal hemmte der zweite Weltkrieg, den Weg des 1. FCK. Erst nach Beendigung des erbitterten Völkerringens, als die einzelnen Spieler wieder langsam zurückkamen und sich um ihren Kameraden Fritz Walter scharten, folgten in den nächsten Jahren die wohl schönsten und erfolgreichsten Zeiten des Lauterer Fußballgeschehens. Bereits im Jahre 1948 zog der 1. FCK. mit dem 1. FC. Nürnberg in das unvergeßliche Kölner Endspiel, wo aber die Mannschaft nur der größeren Härte und Erfahrung der Nürnberger unterlag. Wenn es auch nicht gelang, den stolzesten Titel auf Anhieb einzuholen, so hatte sich doch die Mannschaft die Herzen der deutschen Fußballmasse erspielt.

Auch in den Jahren 1948/49 und 1949/50 erreichte der 1. FCK. als Südwestmeister die Gruppenendspiele, wurde aber zuerst im Wiederholungsspiel von den Dortmunder Borussen in Köln aus dem Rennen geworfen, während im darauffolgenden Jahre der VfB. Stuttgart in Nürnberg dem Siegeszug ein vorzeitiges Ende setzte.

Erst im Jahre 1951 gelang dann der schönste und größte Triumph. Der 1. FCK. wurde im Berliner Olympia-Stadion durch seinen 2:1 Erfolg über Preußen Münster Deutscher Fußballmeister. Ein großes Ziel war endlich erreicht. Unbeschreiblich der jubelnde Einzug der Mannschaft in die Barbarossastadt, wo über 100 000 die Straßen säumten und jubelnd ihren Meister begrüßten.

Der Pause im Jahre 1952, wo der 1.FC Saarbrücken als Meister des Südwestvertreters die Endspiele bestritt, hat der 1. FCK sich erneut mit klarem Abstand als neuer Meister durchgesetzt. Es war und blieb wieder ein neuer stolzer Triumph, der besonders in den abschließenden Gruppenendspielen, die als neuer Rekorderfolg ohne Niederlage überstanden wurden, einen glanzvollen Gruppenerfolg erbrachten.

Nun zieht der 1. FCK. zum dritten Male innerhalb eines Zeitraumes von nur fünf Jahren in das nach Berlin anberaumte Endspiel, wo der VfB Stuttgart der Gegner unserer Lauterer Meisterelf sein wird.

Endspielteilnehmer 1953 VfB Stuttgart

Der Gegner des Südwestmeisters 1. FC Kaiserslautern im Endspiel in Berlin, die Mannschaft von VfB Stuttgart (von links nach rechts) Stehend: Baitinger, Krieger, Blessing, Trainer Wurzer, Kronenbitter, Steimle, Waldner. Knieend: Retter, Liebschwager, Bögelein, Schlienz, Barufka. Foto.- Hartmann, Stuttgart

Sieg!  Freude!  Triumph!!
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Prachtvolle Augenblicksaufnahme nach dem Berliner Meisterschafts-Endspiel, das dem 1. FCK. den ersten Deutschen Meistertitel einbrachte. Begeistert liegen sich nach Schluß des Treffens die, Spieler des 1. FCK. jubelnd in den Armen.

21.06.1953. Mit 4:1 bezwingt der 1. FCK im Berliner Olympiastadion den Titelverteidiger VfB Stuttgart und wird zum zweiten mal Deutscher Fußballmeister.

 

FRITZ WALTER
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Spielführer der Mannschaft des 1. FCK. Für immer ist der deutsche Spitzenspieler und 34fache Internationale mit dem glanzvollen Aufstieg des Lauterer Fußball untrennbar verbunden. Als unübertrefflicher Spielmacher und Schützenkönig aller deutscher Fußballklassen hat Fritz Walter auch in diesem Spieljahre hervorragenden Anteil an dem neuen Triumph des 1. FCK. Der Lauterer Fußball, das pfälzische sportliche Ansehen und die Südwestdeutsche Geltung danken Fritz Walter für seine vorbildliche Haltung in den Jahren seiner weit über 20jährigen Fußballtätigkeit.

OTMAR WALTER
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Mittelstürmer der Mannschaft des 1. FCK. Der ausgezeichnete Angriffsführer und neunfache Nationalspieler ist der geheimnisvolle “Gedankenleser” seines Bruders Fritz, dessen virtuoser Ballführung sich seine ganze spielerische Leistung wirkungsvoll und erfolgreich anzupassen versteht. Seine ungemein bewegliche Art mit seinen meisterhaften Ausbrüchen nach dem rechten und linken Flügel bedeuten für jeden Gegner eine große Gefahr.

WERNER LIEBRICH
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Die seltene Klasse des Mittelläufers des 1. FCK. ist unumstritten. Sein ganzes gereiftes Können steht mit in der vordersten Reihe der Besten auf diesem Posten. Klarer Blick, sicherer bei beidfüßiger Abschlag und vor allen Dingen ein überlegtes prachtvolles Kopfspiel machen ihn zur unentbehrlichen Kraft innerhalb der Deckung des 1. FCK. Werner Liebrich war zweimal Nationalspieler.

WERNER KOHLMEYER
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"Kohli", wie ihn seine Kameraden nennen, ist der aufgeschlossene und sichere linke Verteidiger der Mannschaft, ein beherzter, kampfstarker und vor allen Dingen sicherer Spieler mit klarem weiten Abschlag, mit eine der stärksten und zuverlässigsten Stützen der Lauterer Deckung. Insgesamt acht mal spielte Werner Kohlmeyer in der deutschen Nationalmannschaft.

HORST ECKEL
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Der wohl jüngste deutsche Nationalspieler, aus dem benachbarten Vogelbach stammend, technisch großartig geschlagen mit einem prachtvollen Stehvermögen, ist der typische Schüler Fritz Walters. Sein ganzes Spiel atmet die Frische und Lebendigkeit einer zügigen Kampfführung. Horst Eckel steht heute erst in den Anfangsjahren einer vielverheißenden Entwicklung, die ihm bei gleichbleibendem Fortschreiten eine treffliche Zukunft verspricht. Fünfmal in der Nationalelf.

OTTO RENDER
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Solide technische Reife, kameradschaftliches Einpassen und höchste Einsatzbereitschaft haben den über den VfR kommenden und aus dem benachbarten Siegelbach stammenden linken Läufer des 1. FCK. zu einer ungemein wertvollen Kraft werden lassen. Vor allen Dingen gewährleistet seine Verwendung sowohl als Läufer wie auch als Verbindungstürmer unschätzbare Vorteile. Durch schwerwiegende Verletzung fast ein Jahr lang behindert, befindet sich Otto Render gerade jetzt in einer beachtlichen Bestform.

WILLIBALD HÖLZ
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der Torhüter des, 1. FCK ist einer der wenigen Spieler des 1. FCK, die nicht dem eigenen Nachwuchs entstammen. Aus Frankenthal, der pfälzischen "Torhüterhochburg" kommend, "stand er schon 1948 beim Kölner Endspiel. zwischen den Pfosten des Lauterer Tores, wandte sich dann nach Worms zu Wormatia, um aber mit Beginn dieser Spielzeit wieder zu den Lauterer Farben zurückzukehren. Prachtvolles Reaktionsvermögen, sicheres Fangen und Fausten, sowie eine unerläßliche Strafraumbeherrschung sind ihm in hohen Maße zu eigen und stempeln ihn zu einer beständigen und verläßlichen Stütze der Deckung.

WILLI WENZEL
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Ein wirkliches Talent aus dem prachtvollen Lauterer Fußball-Nachwuchs. Als waschechter Stammspieler mit viel technischer Prägung und viel taktischem Schmiß hat sich Willi Wenzel besonders in letzter Zeit auch als torhungriger und ungemein erfolgreicher Spieler entwickelt. Ausgezeichnet ist vor allen Dingen sein sicheres Verständnis mit den Brüdern Walter, die ihn mit zum spritzigen Angriffsmotor des Lauterer Angriffsspieles werden ließen.

KARL WANGER
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Über den VFL Neustadt, kam der aus Roxheim stammende Linksaußen vor nunmehr drei Jahren züm 1. FCK., wo er sich dank seines spielerisehen Könnens, und seinem heutigen prachtvollen Einfügen zu einem ungemein wertvollen Spieler entwickelt hat. Sein durchschlagkräftiges Spiel und seine Schußfreude gaben dem Spiel des linken Flügels der Elf des 1. FCK. immer besondere Wirkung während der Gruppen - Endspiele.

ERICH FOLZ
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Ein technisch versierter Spieler mit gutem Einpassungsvermögen, gewandt und leider viel verkannt, ist Erich Folz ein ungemein wertvoller Spieler aus den eigenen Reihen, der zuletzt in Kiel seine Klasse erneut unter Beweis stellte.

ERNST LIEBRICH
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Auch in den schwersten Kämpfen mit seinen internationalen Gegnern von Ruf und Klasse hat der rechte Verteidiger seither nie die Berechtigung erkennen lassen, ihn als "alten" Mann der Lauterer Hintermannschaft zu "verschreien". Im Gegenteil hat sein gesteigerter Ehrgeiz und seine klare Spielübersicht immer zur Geschlossenheit der Lauterer Deckung beigetragen..

ERWIN SCHEFFLER
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Als ostpreußischer Flüchtling, früher dem VfB. Königsberg zugehörig, kam Erwin Scheffler über SpV Itzehoe nach der Barbarossastadt, wo er sich als spritziger Rechtsaußen prachtvoll in das Mannschaftsgefüge einpaßte. Besonders sein geschmeidig schnelles Spiel und seine verblüffende Anpassungsfähigkeit haben ihm in seiner ureigensten schnellen Art den Weg zu schönsten Erfolgen innerhalb der Mannschaft des 1. FCK. erschlossen.

 

Aus dem Leben Fritz Walters

1. FCK Original Stadionzeitschrift 1953

Kaiserslautern feiert die Weltmeister von 1954

1. FCK im Jahre 1939 / Autogramme

Zum Gedenken an Fritz Walter

Grab von Fritz Walter

Geburtshaus von Fritz Walter